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Erinnerung – oder Krieg und Frieden

Gedanken zum vorletzten Sonntag im Kirchenjahr 2019

Pfarrer Karl Waldeck

Karl Waldeck
Pfarrer und Direktor der Evangelischen Akademie Hofgeismar

Die Zeitzeugen sterben: die Menschen, die noch den Zweiten Weltkrieg erlebt und durch ihn Angehörige, Gesundheit und Heimat verloren haben.

Der kommende Sonntag ist der staatliche Volkstrauertag: Dann wird an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert, nicht nur an die deutschen.

Auf deutschem Boden hat es seit bald 75 Jahren keinen Krieg gegeben. Das ist ein Grund zur Dankbarkeit.

Frieden entsteht nicht von selbst und bleibt auch nicht von selbst erhalten. Frieden setzt den Willen zum Dialog voraus und zum Kompromiss.

Bedingung ist zudem, im Mitmenschen das Du zu sehen und in anderen Staaten den möglichen Partner − nicht den Feind, auch bei unterschiedlichen Interessen.

Die Erinnerung an Krieg und Diktatur verblasst. Die Gefahr wächst, dass das damit verbundene Leiden vergessen wird. Stimmen werden laut, die Krieg und Diktatur verharmlosen.

Ihnen gilt es zu widersprechen. Denn damit geraten auch Menschen, die heute unter Krieg und Gewaltherrschaft leiden, aus dem Blickfeld. Es ist dann allein das eigene Wohl − des Einzelnen wie der Nation – das zählt.

Der Name „Volkstrauertag“ sagt es: Der morgige Tag lädt zum Trauern ein, zugleich zum Erinnern und Nachdenken – darüber, wie Frieden erhalten, wie Frieden werden kann.

Trauer, Erinnern und Nachdenken steht jedem Volk gut an; damit beginnen muss jeder und jede Einzelne.

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