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Was tröstet mich?

Gedanken zum Sonntag Sexagesimae 2019

Pfr. Christian Brand

Christian Brand
Pfarrer in Holzhausen, Wilhelmshausen und Knickhagen

Wann haben Sie das letzte Mal versucht, jemanden zu trösten? Erinnern Sie sich? Was für Bilder haben Sie im Kopf, wenn Sie an Trost denken?

Die Mutter, die ihr weinendes Kind in die Arme schließt. Bei einer Trauerfeier die Mittrauernden, die gegenüber den Angehörigen ihr Beileid bekunden. Jemand, der einen Asylsuchenden besucht, der ihm mit Tränen in den Augen von der Situation seiner Familie in der Heimat erzählt.

Es gibt genügend Situationen, in denen wir uns herausgefordert fühlen, anderen Menschen Trost zuzusprechen. Das gebietet alleine schon die Mitmenschlichkeit.

Aber die Frage ist doch, was wir demjenigen, den wir trösten wollen, dann sagen. Das ist oftmals alles andere als leicht. Und manchmal braucht es dazu auch gar nicht so viele Worte, sondern eine stille Geste kann schon ausreichen.

Aber wenn wir etwas Tröstliches sagen wollen, sollten wir uns gut überlegen, was wir sagen, damit wir den anderen nicht nur leichtfertig vertrösten mit etwas, von dem wir selbst gar nicht so recht überzeugt sind.

Wenn wir jemanden trösten wollen, kann es hilfreich sein, dass wir uns erst einmal selbst fragen, was uns geholfen hat, als wir traurig waren. Und wenn wir diese Gedanken und Worte, die uns selbst tragen, an andere weitergeben, kann das ein ehrlicher Trost sein, der andere Menschen aufrichtet.

Genau das ist mit Trost gemeint: Wir sollten uns einander unsere persönlichen Trosterfahrungen weitererzählen, wo wir uns selbst getröstet wissen.

Der Apostel Paulus hat das einmal so ausgedrückt: „Auch wenn ich viel durchstehen muss, gibt Gott mir immer wieder Mut. Darum kann ich auch anderen Mut machen, die Ähnliches durchstehen müssen. Ich kann sie trösten und ermutigen, so wie Gott mich selbst getröstet und ermutigt hat“ (2. Korinther 1,4f.).

Übrigens: Nichts anderes ist mit dem Wort „Seelsorge“ gemeint. Und in diesem Sinne kann jeder in der Gemeinde ein Seelsorger sein, nicht nur der Pfarrer.

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