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Grund zum Jubeln

Gedanken zum Sonntag Jubilate 2019

Pfarrer Sven Wollert

Sven Wollert
Pfarrer in Westuffeln und Obermeiser

Manchmal passen die Dinge einfach nicht zusammen: Man soll fröhlich sein, obwohl einem zum Heulen zumute ist. Man soll ernst sein, obwohl man nicht weiß, wie man das Grinsen aus dem Gesicht bringen soll.

Beides erlebe ich immer wieder. Einmal kam zum Beispiel ein alter Bekannter, den ich lange nicht gesehen hatte, unvermittelt am Karfreitag zur Andacht zur Todesstunde Jesu. Ich habe ihn erst bei der Begrüßung entdeckt. Ich freute mich so, dass es mir schwer fiel, die dem Tage angemessene Fassung zu bewahren.

Oft bewahren wir die Haltung, die andere – oder eher wir selbst – von uns erwarten. Dabei fällt mir der Chanson „Der Clown“ von Heinz Rühmann ein. Dort heißt es im Refrain:

„Der Clown, der Clown
war immer lustig anzuschau’n,
doch keinen ließ der Clown, der Clown
in sein Herz hineinschau’n.“

Der Clown versteckt sich hinter seiner Maske. Es ist seine Rolle, die er auch wieder hinter sich lassen kann, wenn er die Manege verlässt. Dann ist er nicht mehr Clown, sondern Mensch, dann kann er sein, wie es ihm geht.

Aber ich habe den Eindruck, dass wir mehr und mehr das ganze Leben zur Manege machen – und immer gut drauf sind.

Der morgige Sonntag heißt „Jubilate“ – „Jauchzet Gott, alle Lande“. Ja, jubeln Sie laut und danken Sie für das, was Gott uns schenkt.

Und wenn es gerade anders ist: Man darf auch weinen. Auch und gerade weil uns Ostern gezeigt hat: Das Leben besiegt den Tod – aber er ist nicht aus der Welt.

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