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Lass das doch mal!

Gedanken zum Sonntag Invokavit 2018

Pfrin. Irmhild Heinicke

Irmhild Heinicke
Pfarrerin und Studienleiterin für Prädikantenausbildung am Ev. Predigerseminar in Hofgeismar

Glauben Sie an den Teufel?
Ich nicht. Nicht an eine Gestalt, die auch als Karnevalskostüm taugt, die Hörner, Schwanz und Pferdefuß hat.

Aber trotzdem ist für mich an der Vorstellung was dran. Ich sehe und erlebe eine Macht des Bösen. Und ich kann mir nicht wirklich erklären, woher sie kommt.

Ich sehe Bilder von Menschen, die offenbar Freude daran haben, andere zu quälen. Ich lese von Menschen, die auf Geflüchtete einschlagen, die schlafende Obdachlose anzünden, von Eltern, die ihr Kind zum Missbrauch verkaufen.

Wie kann das Böse so von Menschen Besitz ergreifen? Die Gestalt des Teufels taugte und taugt vielleicht als Erklärung für das, was sonst ganz unverständlich wäre.

Sie steht für das manchmal Übermächtige, das -wie von außen und gleichzeitig aus unserm tiefsten Inneren heraus- dazu führt, dass wir Menschen abgrundtief Böses tun.

Aber für mich ist diese Macht des Bösen auch viel harmloser und unauffälliger am Werk und dann betrifft sie mich persönlich noch mehr.

Sie ist da, wo ich vor allem und an erster Stelle an mich denke. Wo ich für mein Leben mehr und mehr und mehr brauche. Ich bin davon selbst gar nicht frei und komme auch nicht da raus.

Unser ganzes Wirtschaftssystem baut darauf auf. Aber trotzdem: Ich bin davon überzeugt, dass die Gier Böses verursacht. Das schleichende Böse nimmt anderen Menschen ihre Lebensgrundlage, nimmt ihnen das Leben.

Und die Macht des Bösen ist da, wo ich die Hoffnung verliere. Wo ich ganz und gar verzweifle. Wo mich Depressionen in den Abgrund bringen, wo Menschen nur noch das Sterben als letzten Ausweg sehen können. Das schleichende Böse nimmt mir selbst das Leben, zumindest die Freude am Leben.

Die Passionszeit sieht der Macht des Bösen ins Gesicht. Das ist nicht so erfreulich. Aber wir können es, weil wir dabei nicht allein dastehen. Der Wochenspruch für die kommende Woche sagt das so:

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre (1. Johannes 3,8b)

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