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Meinung und Toleranz

Gedanken zum Drittletzten Sonntag 2018

Pfarrer Andreas Schreiner

Andreas Schreiner
Katholischer Pfarrer in Immenhausen seit 1994

Vor ein paar Tagen kam unser Gespräch im Freundeskreis auf die Tage des Totengedenkens im November. Alle fanden, dass der November wie kein zweiter Monat einlädt, an die Toten zu denken.

Die grauen, trüben, immer kürzer werdenden Tage passen einfach dazu. Auch wenn der November in diesem Jahr bisher nicht wirklich grau und trübe war. Da waren wir uns alle noch einig.

Aber dann ging’s auch schon los mit den Meinungsverschiedenheiten. Die einen fanden den November einfach nur schrecklich. Zunehmende Nässe und Kälte, Nebel und Regen, graue und braune Farben der Natur: da fühlen sich manche gerade zu zum Stimmungstief eingeladen.

Die anderen dagegen empfinden den November als eine behagliche Zeit. Sie freuen sich auf Kaminfeuer und gemütliche Abende zu Hause in der warmen Stube mit Kerzenlicht und heißem Tee und Spaß am aus dem angelsächsischen importierten Halloweentreiben der Kinder oder am einheimischen traditionellen Martinszug mit den selbst gebastelten Laternen.

Noch auf dem Nachhauseweg fand ich verwunderlich, wie unterschiedlich wir Menschen doch den gleichen Sachverhalt bewerten.

Und dann fiel mir ein, dass das so ungewöhnlich gar nicht ist. Im Gegenteil, es ist eher selbstverständlich. So unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedlich nehmen wir die Dinger um uns herum wahr.

In politischen Auseinandersetzungen wird das besonders schön deutlich. Man muss dazu nur mal eine Debatte im Parlament verfolgen. Oder die Auseinandersetzungen um die Flüchtlingsproblematik: sie bringen die eine oder andere Partei in ziemliche Schwierigkeiten. Da ist der Ton dann schon mal ziemlich rau geworden.

Und ganz selbstverständlich ist uns das Unterschiedliche auch im Bereich der Religion: da gibt es nicht nur verschiedene Religionen auf der Welt, sondern auch innerhalb der einzelnen Religionen verschiedene Konfessionen.

Da hilft nur eine gehörige Portion Toleranz. Wir haben sie in Europa in den letzten 500 Jahren mühsam lernen müssen. Und manchmal ist sie tatsächlich nur ein zartes Pflänzchen, das schon beim ersten kräftigen Windstoß umknickt oder ausgerissen wird.

Das schließt Auseinandersetzungen und Diskussionen in der Sache überhaupt nicht aus, im Gegenteil. Aber sie in Würde und Anstand zu führen, ohne den anderen herabzuwürdigen und verächtlich zu machen, das ist etwas, worauf wir in Zukunft wieder mehr achten müssen, damit uns das zarte Pflänzchen Toleranz nicht verloren geht.

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