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Da ist er firm drin!

Gedanken zum Sonntag Misericordias Domini 2012

Pfr. Thomas Schrader

Pfarrer Thomas Schrader
Gemeindepfarrer in Vernawahlshausen und Seelsorger in der Klinik Lippoldsberg.

Die Zahl der Konfirmanden ist stabil, lesen wir. Ausgerechnet Luther war dagegen! Bloß keine Segens- und Weihehandlung, von der kein Wort in der Bibel steht. Die Taufe muss reichen. Das ganze Leben sei ein "Hineinkriechen unter die Taufe" schreibt er.

Doch dann gibt es Streit. Die so genannten "Wiedertäufer" sind im Land unterwegs. Sie fordern die Erwachsenentaufe mit einem klaren Bekenntnis zu Jesus Christus.

Luther sieht seine zentrale theologische Entdeckung in Gefahr: Gerecht vor Gott wird ein Christ "allein aus Gnade". Dazu braucht es keine Vorleistung. Genau das wird am deutlichsten, wenn Kinder getauft werden. Sie können noch nichts leisten.

Der Streit eskaliert. Harte Worte, Verteufelungen folgen - alle Register werden gezogen. Martin Bucer aus Straßburg, ein Weggefährte Luthers, findet einen Kompromiss: Die Konfirmation. Sie soll die Bedeutung der eigenen Taufe bewusst machen. Sie ist das "Ja" zur eigenen Taufe.

Festgehalten wird alles in einer Schrift mit dem markigen Namen "Ziegenhainer Zuchtordnung" (1539). Seitdem gibt es in Hessen die Konfirmation.

Die Zahl der Konfirmanden zeigt: Sie ist ein Erfolgsmodell. Theologisch bleibt sie jedoch umstritten. Den einen ist der Bekenntnischarakter dieses Rituals viel zu unverbindlich, anderen geht viel zu weit, was junge Leute versprechen sollen.

Kritik hin oder her: Die Konfirmandenzeit "trifft einen Nerv". In einer sehr sensiblen Zeit des Jugendalters werden junge Leute mit dem "evangelischen Abenteuer" konfrontiert. Genau das geschieht in vielen Gemeinden lebendig und abwechslungsreich.

In fast jedem Jahrgang finden sich Jugendliche, die kurz vor ihrer Konfirmation die Taufe empfangen - häufig im Gottesdienst zur Osternacht.

Ich will die Konfirmation nicht einfach schönreden. Zu einem hohen Prozentsatz der Konfirmierten gelingt es nicht, Kontakt zu halten. Wenns aber gut geht, werden in der Konfirmandenzeit Samenkörner in die Erde gelegt. Oder schon wachsende Keime gedeihen weiter.

Manchmal gibt es nach Jahren Überraschungen zu erleben, wer sich in der Kirchengemeinde engagiert.

Das lateinische Wort "confirmare" heißt: gemeinsam gestärkt, gefestigt und ermutigt werden. In den Glaubensdingen firm zu werden ist mit der Konfirmation nicht zu Ende. Nach dem "Schwellenritual" Konfirmation geht der Weg weiter. Lebenslang!

Das altehrwürdige Segenswort zur Konfirmation gilt: Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist gebe dir seine Gnade, Schutz und Schirm vor allem Argen, Stärke und Hilfe zu allem Guten, dass du bewahrt wirst zum ewigen Leben.

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