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Es geht weiter!

Gedanken zum Sonntag Quasimodogeniti 2011

Pfarrerin Anne Hammann

Pfarrerin Anne Hammann, Hofgeismar

Eine Osterkarte habe ich mir aufgehoben. Auf ihrer Vorderseite sieht man eine Hand, die behutsam drei Ostereier hält - dazu ein kurzer Text: Alles, was sich über das Leben sagen lässt, ist in drei Worte zu fassen: Es geht weiter!" Kann man das so sagen?

Vor Jahren hatte ich eine Todesnachricht zu überbringen. Die Polizei hatte bei mir angerufen und mir mitgeteilt, dass eine Frau meiner Kirchengemeinde tödlich verunglückt und ihr Ehemann darüber in Kenntnis zu setzen sei.

Als ich den Hörer auflegte, merkte ich, dass meine Knie zitterten. Doch ich machte mich sofort auf den Weg. Unterwegs gingen mir alle möglichen Sätze durch den Kopf. Keiner schien mir dem Unglück angemessen, keiner hielt Stand.

Als ich schließlich mein Ziel erreicht hatte, waren alle Worte in meinem Inneren in sich zusammengefallen. Und dann der Moment,als der Mann mir öffnete. Ich sagte nichts - aber er sprach: "Ist sie tot?" Mehr als diese drei Worte, auf die hin ich nickte, wurden dann auch nicht mehr gesprochen.

Wir saßen in seinem Zimmer - war es eine Stunde? Waren es drei? Die Zeit war versunken im Ozean des Unglücks. Hätte ich diesem Verzweifelten sagen sollen: "Es geht weiter"? Unvorstellbar! Für ihn hatte die Erde gerade aufgehört, sich zu drehen. Seine Welt stand still. War untergegangen. Unwiederbringlich. Nichts ging weiter.

Es geht weiter...Irgendwie finde ich diesen Satz aber auch toll, geradezu genial! Vielleicht ist es so, dass man ihn keinem anderen sagen kann, aber sich selbst.Zur eigenen Person, zum eigenen Ich gewandt sozusagen. Immer wieder. In jeder Situation. Und mit gutem Grund:

Hat nicht Gott selbst in ausweglosester Lage einen neuen Anfang gesetzt? Mit der Auferstehung seines Sohnes von den Toten? Ist es nicht geradezu eine Kurzfassung des christlichen Glaubens, zu sagen: Es geht weiter? Eine Weiterführung des ältesten christlichen Bekenntnisses: "Er ist auferstanden"?

Ja, seit Ostern wissen Christinnen und Christen: Es geht weiter. Im Leben und sogar mitten im Tod. Es geht immer weiter. Nicht selbstverständlich und nicht von selbst - aber weil Gott es so will. Weil Gott uns liebt, lehrt uns das Leben, dass es weiter geht. So wie es im Wochenspruch für die morgen beginnende neue Woche heißt:

"Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten."

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