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Aufgerüttelt

Gedanken zum 5. Sonntag nach Epiphanias 2011

Pfarrer Norbert Mecke

Norbert Mecke
Pfarrer im Kirchspiel Holzhausen

Das Leben ist keine Generalprobe

Sie starb im Alter von 49 Jahren. Und das, obwohl mehr als tausend Menschen gebetet haben. Einen Internetblog hatte man für sie eingerichtet: "God´s miracle for Ruth!"

Ein Wunder wurde herbeigesehnt: In den USA und Niederlanden, in Mexiko und Holzhausen loggte man sich ein und hoffte für sie und ihre Familie. Aber es kam anders als erbeten und gehofft. Leider.

"Gott, wo bist Du?!" Ich kann nicht beantworten, warum es so kommen musste. Ich weiß aber, wo Gott überall war. Er war als feste Größe in Ruths Leben.

"Wir haben nicht das Wunder erlebt, das wir uns erhofft hatten, aber wir haben das Wunder von Ruths Leben erfahren. Sie hat so viele Leben berührt und wir sind so glücklich, sie 49 Jahre gehabt zu haben.", schrieb ihre Familie.

Auch auf dem Friedhof war Gott: spürbar nah. Er und Ruths Lebenseinstellung bewegten Kopf und Herz derer, die dort Abschied nahmen. Wohl auch deshalb, weil hier eben beides zusammengehörte: eine persönliche Lebenseinstellung und Gott.

Wo der Tod mitten ins Leben hineingreift, rüttelt an einem die Frage, was im Leben eigentlich zählt. Ruths Antwort hing in ihrer Küche: "Das Leben ist keine Generalprobe. Jetzt ist Vorstellung!"

Und die Vorstellung Gottes von einem Leben wollte sie im Alltag umsetzen und auf ihre Lebensbühne bringen. Ihr Engagement zeugt davon. Vor allem aber ihr Vertrauen auf Jesus Christus. Das hat ausgestrahlt und mitgerissen - selbst dann noch, als sich der Vorhang für Ruth geschlossen hatte. Obwohl: Hat er das?

In ihrem Lieblingslied ist davon die Rede, dass man sich nur versuchsweise vorstellen kann, wie es nach dem Tod ist: Ob wir singen und tanzen vor Gott oder uns seine Herrlichkeit zunächst die Sprache verschlägt?

Gott wird uns den Vorhang öffnen: denn das Gegenteil von "todkrank" heißt bei ihm zuletzt nicht "wiedergenesen", sondern "ewiges Leben". Das hat Ruth geglaubt. Und ich glaube es für sie und mit ihr. Warum? Weil da, wo Christus Regie führt, das happy end versprochene Sache ist.

Das Leben ist keine Generalprobe. Heute zählt, wie ich glaube, hoffe und liebe.

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