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Wann ist Weihnachten?

Gedanken zum Weihnachtsfest

Arno Backhaus

Martin Schöppe
Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Peter in Hofgeismar

Für den einen ist Weihnachten, wenn die Mitternachtsmesse gefeiert wird. Eine andere sagt, für mich ist Weihnachten, wenn die Familie zusammen ist, oder ein bestimmtes Essen zubereitet wird. Wieder ein anderer sagt, Weihnachten ist dann, wenn die Krippe aufgebaut wird. Aber wann ist denn nun wirklich Weihnachten?

Auf emotional ganz unterschiedliche Weise erleben Menschen Weihnachten und dabei hängt ganz viel davon ab, wie sie Weihnachten als Kind erlebt haben - das ist dann für sie ein "richtiges" Weihnachten.

Emotionale Zugänge zum Weihnachtsfest haben ihren Sinn, wenn sie den Blick auf die Wirklichkeit nicht verstellen, in die das Kind von Maria hineingeboren wurde.

Das Kind leidet schon im ersten Augenblick Not und ist damit unendlich vielen Menschen nah in ihrer Not des Lebens. Denn das Kind gibt ihnen Hoffnung und das, was der Name des Kindes, Jesus, übersetzt bedeutet: Gott rettet und Gott heilt.

Deshalb rührt die Szene der Geburt Jesu, wie sie im Lukasevangelium beschrieben wird, das Gefühl der Menschen an: "Maria gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe" (Lk 2,7).

Aber die Bibel lädt mit einem zweiten Text im Johannesevangelium auch dazu ein, beim Gefühl nicht stehen zu bleiben, sondern in diesem Kind das Wort Gottes selbst zu entdecken: "Und das [ewige] Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt" (Joh 1,14).

Die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs "Wort" meint hier auch soviel wie "Sinn" und "Vernunft". Durch die Umstände der Geburt soll ein tieferer Sinn deutlich werden, dass jedes menschliche Angesicht eine unverfügbare Würde hat - auch in Armut und Not.

Das Wort Gottes ruft auf, selber aktiv zu werden, wo das Leben und die Schöpfung bedroht sind. Das Kind im Stall, Jesus, hat es sein ganzes Leben lang so verkündet.

Das weihnachtliche Gefühl braucht eine Richtung zum Handeln und die Vernunft umgekehrt einen festen Halt im menschlichen Leben. Weihnachten braucht im Sinne des Lebens Jesu beides: Herz und Verstand, dann ist wirklich Weihnachten!

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