Zufallsbilder - Landschaften im Kirchenkreis Hofgeismar

 

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Sommerabend

Gedanken zum 9. Sonntag nach Trinitatis 2010

Pfarrer Lars Hillebold

Pfarrer Lars Hillebold
Gemeindepfarrer in Oedelsheim und Gottstreu

Die Morgenröte gegen das Graue(n)

Den Sommer eines Blickes würdigen. Vielleicht nur einen Tag, nur eine Stunde in den Blick nehmen. Geräusche, Gerüche, Gesichter. Stimmungen und Worte. Die Gegensätze und das Ungereimte.

Ein Bild baut sich auf. Eine Szene wird eingebrannt. Licht und Dunkel. Landschaften sind zu sehen. Leider auch Tunnelblicke.

Die Wolkenbilder des Sommers bilden eine große Kulisse. Das alles ist noch lebendig, doch schon will es Geschichte werden und könnte für immer vergehen. Dazu kommen die Farben und das Grauen, die unsere Seele erreichen. Hell und Dunkel gibt der Erinnerung ihre Schärfe. Doch es ist in allem Gottes Gnade zu erkennen. Sie lässt einen eigenen Strang in der Erinnerung aufgehen.

Am letzten Tag auf der Insel steht Melcher Melcherson mit der Angel an der Felsküste. Pelle und Tjorven kommen zu ihm. "Weshalb sitzt du hier?", fragte Tjorven.

Und Melcher rezitiert mit derselben träumerischen Stimme ein Gedicht: "Die Abendsonne sank, er sah in ihren goldenen Glanz ... am liebsten wollte er die Hand ausstrecken und alles streicheln ...".

"Ich bleib die ganze Nacht hier sitzen", sagte Melcher. "... und schaue mir die Morgenröte an." Und dann zitiert er die Bibel: "Nähme ich Flügel der Morgenröte, machte mir eine Wohnung zu äußerst im Meer...".

Gott, wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.

Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein -, so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.

Ein Sommerabend. Sonnenuntergang. Warten. Morgenröte. Und in allem geht Gottes Gnade auf und aus Abend und Morgen ward ein neuer Tag.

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