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Ihre Kirche in
Nordhessen



EKKW + EKD

Schuldbekenntnis

Gedanken zum Sonntag Rogate 2010

Pfarrer Lars Hillebold

Pfarrer Lars Hillebold
Gemeindepfarrer in Oedelsheim und Gottstreu

Angesichts des Missbrauchs in den Kirchen

1945 bekannten sich die Kirchen schuldig im Angesicht ihrer Verführbarkeit durch den Nationalsozialismus. Sollten die Kirchen auch 2010 Worte eines Schuldbekenntnisses finden?

Junge Menschen wurden zu Opfern – von Tätern, die im Namen der Kirche arbeiten und leben. Wir sind als Kirche verbunden mit den Opfern und wir sind es in schuldiger Verantwortung ebenso mit den Tätern. Mit alt neuen Worten könnten die Kirchen ihre Schuld bekennen:

"Wir wissen uns als Gemeinschaft der Christen nicht nur in einer großen Gemeinschaft der Opfer, sondern auch in einer Solidarität der Schuld. Mit großem Schmerz sagen wir: Durch Verantwortliche in den Kirchen ist großes Leid über Jungen und Mädchen gebracht worden.

Was wir unseren Gemeinden verkündigt haben, das haben wir oft nicht gelebt. Was uns von Christus an Geschöpfen anvertraut wurde, das haben wir als Kirche im wahrsten, leidvollen Sinne des Wortes mit Händen geschlagen und missbraucht. Sprechen wir jetzt im Namen der ganzen Kirche aus:

Wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger unsere Schuld bekennen, dass wir nicht treuer beten für die Opfer und die Täter und für die Menschen, die beide betreuen, dass wir nicht mutiger nach vorne und auch zurücktreten, dass wir nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender das Wort Gottes geliebt haben. Welches nicht das gleiche ist, wie das Wort einer Kirche, die von Menschen geführt oder in der verführt wird.

Bekennen wir unsere Schuld, wenn wir als uns Kirche gleich setzen mit der Wahrheit Gottes, die weiter reicht, als der Himmel ist und gewiss auch als unser Horizont.

Immer wieder ist es Zeit in unseren Kirchen einen neuen Anfang zu suchen und zu finden. Gegründet auf die Heilige Schrift, mit ganzem Ernst und mit tiefer Freude ausgerichtet auf den alleinigen Herrn der Kirche - und das ist kein Mensch und das ist kein Amt - gehen wir daran, uns von glaubensfremden Einflüssen zu reinigen. Beschäftigen wir uns als Kirche mit uns selbst, dann kann es gar nicht anders sein, als das wir uns mit Menschen beschäftigen, mit den Opfern und den Tätern.

So bitten wir in einer Zeit, in der beide einen neuen Anfang brauchen. Wir bitten in einer Zeit, in der die Kirche sich um das Wort Gottes zu kümmern hat, denn damit und darin kümmert sie sich um Menschen – mit aller Schuld, die auf uns Menschen liegt, vergebe uns Gott."

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