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Wie kann Gott das zulassen?

Gedanken zum Letzten Sonntag nach Epiphanias 2010

Pfarrer Dr. Otmar Einwag

Pfarrer Dr. Otmar Einwag
Katholische Gemeinde Grebenstein und Udenhausen

Der liebe Gott und das Leid

Ein junger Landwirt setzt mit seinem Traktor zurück - und überollt sein eigenes Kleinkind. Er hatte es in der Obhut der Mutter gewähnt, aber es war unbemerkt herausgekrabbelt.

Wie kann Gott das zulassen?

Diese Frage hat mit dem Jahr 1755 zu tun. Da gab es in Lissabon ein Erdbeben mit 30 000 Toten. Erdbeben, Krieg und Pest gab es zwar schon vorher, aber die Menschen nahmen es gottergeben hin und hofften auf "Entschädigung" im Himmel.

Nun meldeten sich aber im Zuge der Aufklärung kritische Geister zu Wort: Gott kann nicht zugleich allmächtig und allgütig sein. Das quält uns bis heute.

Wir stehen vor Rätseln, Gläubige ebenso wie Atheisten. Wer der Ungewissheit des Glaubens entrinnen will, sagt Joseph Ratzinger, gerät in die Ungewissheit des Unglaubens.

Manchmal erweist sich ein Unglück als Segen. Ein junger Mann lag nach schwerem Ski-Unfall zehn Monate im Gipsbett. Hernach sagte er: "Das war die wichtigste Zeit in meinem bisherigen Leben."

Wer von einer unheilbaren Krankheit heimgesucht wird, sagt vielleicht: "Warum gerade ich?" Vorsicht! Alle anderen darf es treffen, nur eben nicht mich?

Dass es immer noch Schlimmeres gibt, lehrt ein Wort aus Afrika: Wer weint, dass er keine Schuhe hat, denke an den, der keine Füße hat.

Wir klagen, dass es an Streusalz fehlt: Was fehlt alles in Haiti? Haiti - wie einst der Tsunami - lässt uns verstummen, vielleicht auch die begeisterten Lobpreiser Gottes ("...der alles so herrlich regieret"), die ja schon bei der ersten Nierenkolik ihren Gesang einstellen.

Auf die Frage, warum Gott das alles zulässst, gibt es keine Antwort ohne Hoffnung auf eine Absolute Zukunft ("Himmel"), siehe Paulus.

Oder mein schwerstbehinderter Freund H.: "Für einen wie mich beginnt das Leben erst, wenn dieses hier zu Ende ist."

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