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Unheilige Nacht

Gedanken zum 1. Advent 2010

Pfarrer Lars Hillebold

Pfarrer Lars Hillebold
Gemeindepfarrer in Oedelsheim und Gottstreu

Zum tragischen Geschehen in Bodenfelde

Es ist der Totensonntag dieses Jahres, an dem ich diesen Text schreibe. Eine Andacht zu Weihnachten zu einer heiligen Nacht in unheiliger Welt. Es ist ein Tag, an dem auch meine heile Welt in dem Ort, in dem ich lebe, ein Stück mehr zerbricht.

So fern und unverständlich mir das Heilige sein kann, so nah und gefährlich ist mir das Unheilige. Es ist in der Nacht zuvor geschehen, als einem Menschen das Leben anderer Menschen nicht heilig war.

Im Schreiben dieser Zeilen, zwischen denen Sinn immer wieder zerrinnt, suche ich ihn, wo alles sinnlos scheint. Im Beten suche ich seinen Frieden in dieser friedlosen Welt.

Mir hat einer nur die Sprache geraubt, anderen jedoch das Liebste des Lebens. Im Schauen in mein Herz entdecke ich mich als Vater eines Mädchens. Ich sehe die Wut, die in mir wütet. Ohne den Hauch eines Anspruches zu erheben, ich könnte mich in die Eltern der Opfer einer unheiligen Tat einfühlen.

Es wird Weihnachten dieses Jahr. Der Heilige kommt in eine unheilige Welt. Ich brauche den Frieden Gottes an den friedlosen Orten. Ich sehne mich nach einer Heiligen Nacht, die mir die unheiligen Nächte, derer es so viel mehr gibt, erträglich macht.

Es wird Weihnachten in den Familien, die diesen Tag nicht feiern werden. Doch die Botschaft gilt ihnen umso mehr. Die Botschaft einer Heiligen Nacht in unheiliger Welt: Göttliches wird menschlich in einer Krippe und endet sterblich am Kreuz. Heiliges Leben wird Opfer von Verbrechern. Gott, der Heilige lebt in einer unheiligen Welt. Er schreibt auf manchen Lebenszeilen so schwer verständlich.

Im Schreiben dieser Zeilen, nach denen Weihnachten anders klingt, suche ich Gott und bete um Frieden für die Opfer und ihre Familien.

Dazwischen braucht es einen Abstand, aber ich bete auch für den Täter, denn auch er wird dem heiligen Gott begegnen. Ich wünsche uns: den Frieden auf Erden und den Menschen Gottes Wohlgefallen.

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