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"Ich glaube nur, was ich sehe!"

Gedanken zum 14. Sonntag nach Trinitatis 2009

Bernd Greilich

Bernd Greilich
Jugendreferent und Prediger der Evangelischen Gemeinschaft im Bezirk Hofgeismar

"Ich glaube nur, was ich sehe!" sagte jemand einmal in einem Gespräch. Und er fuhr fort: "Wenn ich Gott sehen könnte, dann würde ich auch an ihn glauben."

Abgesehen von der Tatsache, dass es unzählige Kräfte gibt, die wir nicht sehen können, und die dennoch sehr real sind (z.B. Strom, Musik, Zahnschmerzen), stellt sich doch die Frage: Wie kann das Wissen um Gottes Realität Einfluss auf unser Leben haben? Wie können wir Vertrauen zu Gott entwickeln, obwohl wir ihn nicht sehen können?

Es gab einmal einen wohlhabenden Bauern im steirischen Oberland, der immer allein ging und doch nicht allein war. Wenn er des Weges schritt, nahm er stets den schlechteren, holprigeren oder nasseren Pfad und so, dass zu seiner rechten Seite der gute Teil des Weges frei blieb. Gleichsam für einen Weggenossen, den er ehren wollte. Und doch sah man nie jemand an seiner Seite wandeln.

Kehrte er in einem Wirtshaus ein, so ließ er stets ein Glas Wein für sich bringen und ein zweites für einen anderen, den man nicht sah. Wenn der Bauer seinen Wein ausgetrunken hatte, pflegte er die beiden Gläser ohne weiteres zu bezahlen und zu sagen: Wenn ein durstiger Mensch vorhanden sei, so möge der das Glas Wein austrinken.

Zu Hause ließ er bei jeder Mahlzeit auf den Ehrenplatz unter dem Hausaltar zu seiner Rechten ein besonderes Gedeck auftragen. Obwohl der Platz leer blieb, benahm sich der Bauer gar ehrerbietig gegen diese Seite hin, als ob ein hoher Herr dort säße. Nach dem Essen wurde mit demselben Gedeck irgendein Armer gespeist.

Wegen solcher Genossenschaft mit einem Unsichtbaren hatte man ihn den "Zweispännigen" genannt. Wurde er befragt, was das bedeutete, so antwortete er darauf nicht oder nur mit den Worten: "Er ist da." Man wusste wohl, wen er meinte: Jesus Christus.

Als es mit dem Bauern zum Sterben kam, musste neben seinem Bett ein Sessel stehen. Und nun legte er seinen Arm so hin, als ob er jemanden an der Hand halte, und er führte leise Gespräche mit dem Unsichtbaren, der auf dem Sessel saß.

Auf ähnliche Art und Weise können auch wir Vertrauen zu Gott entwickeln, obwohl wir ihn nicht sehen können. So kann das Wissen um Gottes Gegenwart Einfluss auf unser Leben haben.

Wir tun gut daran, uns so ähnlich wie dieser wohlhabende Bauer in die Gegenwart Jesu einzuleben. Denn Gott wirbt ja durch Jesus um unser Vertrauen. Und Jesus ist sehr real, auch wenn wir ihn nicht sehen können.

Er ist für uns da.

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