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Imagepflege

Gedanken zum 8. Sonntag nach Trinitatis 2009

Arno Backhaus

Arno Backhaus
Mitglied im Gründungs- und Leitungsteam der Christusgemeinde am Airport in Calden-Meimbressen, einer neu gegründeten, interkonfessionellen Gemeinde

Ein Bischof kommt zum Papst und möchte sich gern heilig sprechen lassen. "Das geht gar nicht, ich kann doch nur Tote heilig sprechen.". "Macht nichts", sagt der Bischof "dann stell ich mich einfach scheintot." "Super", sagt der Papst "dann kann ich sie sogar scheinheilig sprechen.".

Ja, das ist anstrengend. Und kostet Geld. Silber läuft schließlich an. Da muss man immer putzen. Es ist schon eine echte Plackerei mit der Heiligenscheinpflege.

Image-Pflege ist ja nur ein neuer Name für die alte Mühe. Was mich bewegt, ist die Frage, warum wir eigentlich die viele Mühe auf die Pflege des Bildes verwenden, das andere von uns haben.

Wir könnten stattdessen ja auch gleich uns selbst verändern. Dann wäre die Sache mit dem Erscheinungsbild doch gründlicher gelöst. Aber das scheint nicht so leicht zu gehen. Wer hat dafür schon ein Putzmittel? Vielleicht sind wir auch zu faul dazu?

Das Christsein fängt erst da an, wo die selbstgerechte Image-Pflege aufhört: wenn wir nicht mehr nur im Schaufenster leben wollen, sondern Jesus an den Kern unseres Lebens heranlassen. Die Leute behaupten ja, dass dieser Kern gut ist. Gott aber sagt, dass gerade der Kern faul ist. Ein bisschen Putzen nützt nichts.

"Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, sonst kann er nicht ins Reich Gottes kommen", sagt Jesus. Heiligenscheine werden für den Schrottplatz geputzt.

Wie wäre es, wenn wir anfangen würden auch unser Infit zu pflegen und nicht ausschließlich das Outfit. Jesus möchte in uns wohnen, ganz radikal. Das kommt ja von Radieschen. Radi heißt auf Lateinisch nichts anderes als Wurzel. Jesus möchte an die Wurzel unserer Verletzungen und Sehnsucht, unserer Schuld und Hilflosigkeit.

Und je tiefer/radikaler wir ihn in unsere Persönlichkeit hineinlassen, desto gelassener werden wir mit unseren Begrenzungen. Und dann stellen wir im "Schaufenster" nur das aus, was wir hinten im "Laden" auch anbieten können, nicht mehr und nicht weniger.

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