Zufallsbilder - Landschaften im Kirchenkreis Hofgeismar

 

Ihre Kirche in
Nordhessen



EKKW + EKD

Salbung als Zeichen des Zuspruchs

Gedanken zum 2. Sonntag nach Trinitatis 2009

Pfarrer Karl Christian Kerkmann

Karl Christian Kerkmann
Pfarrer und Seelsorger im Evangelischen Krankenhaus am Krähenberg und in der Evangelischen Altenhilfe

Die ältere Patientin war in das Ev. Krankenhaus Gesundbrunnen am Krähenberg eingeliefert worden - nach langen Krankenhauswochen und vielen Komplikationen zuvor.

Bedingt durch ihre Luftröhrenkanüle konnte sie nicht sprechen; und die bange Frage war: wie wird es weiter werden? Die Verständigung erfolgte teilweise über Lippenlesen, später mit Schreiben auf ein Blatt Papier.

Der Oberarzt sagte: Es steht nicht in unserer ärztlichen Macht, wie es weiter geht; wir werden mit den Therapeuten und Pflegekräften alles versuchen. Und auch ich spürte: es liegt vor allem in Gottes Hand.

Von der Patientin kam der Wunsch zu Teilnahme am Abendmahl. Diesem Wunsch konnte ich leider nicht entsprechen, weil sie, bedingt durch die Luftröhrenkanüle, auch nicht schlucken konnte.

Eine gute Alternative und ein anderes sichtbares Zeichen war eine Salbung und Segnung. So standen wir dann im Intensivzimmer der Neurologischen Frührehabilitation zusammen um das Bett der Patientin - mit etlichen Angehörigen.

Gemeinsam haben wir gebetet, und ihr wurde Gottes Segen zugesprochen - verbunden mit der Salbung durch ein Salböl.

Beeindruckend waren die vertrauensvollen, dankbaren Augen der Patientin und ihr gehauchtes: Danke! Und ich spürte: Segen und Gesundheit sind nicht verfügbar; sie können nur zugesprochen, gewünscht und erbeten werden. Gebet, Salbung und Segnung haben Kraft und Hoffnung gegeben.

Beim Beten des "Vater unser" standen wir alle im Kreis und an den Händen gefasst um das Bett herum, die Patientin in der Mitte mit ihrer Intensivversorung. Es war die Erfahrung, dass Gebet und Segnung untereinander und mit Gott verbinden.

Immer wieder können wir erleben: auch in tiefsten Nöten dürfen wir auf Gott vertrauen und uns von ihm getragen und gestärkt wissen. Im Neuen Testament, im Jakobusbrief Kapitel 5 heißt es:

"Ist jemand unter euch krank, der rufe die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten."

Drei Wochen später ging auch der Wunsch der Patientin in Erfüllung, am Heiligen Abendmahl teilzunehmen. Sie durfte es erleben im allwöchentlichen Gottesdienst im Andachtsraum des Krankenhauses.

[ Archiv 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 ]

Ekkh-Aktuell

Jahresüberblick »»

Kultur-Aktuell

Jahresüberblick »»

ekkh.de © 2019 | oben
 

Impressum | Datenschutzerklärung | Webmaster