Zufallsbilder - Landschaften im Kirchenkreis Hofgeismar

 

Ihre Kirche in
Nordhessen



EKKW + EKD

Auftakt zur Karwoche

Gedanken zum Palmsonntag 2009

Pfr. Thomas Schrader

Pfarrer Thomas Schrader
Gemeindepfarrer in Vernawahlshausen und Seelsorger in der Klinik Lippoldsberg.

Unter Palmen und über rote Teppiche. Die Sonne des Südens. Lauter Jubel macht sich breit. So ist Jesus vor 2000 Jahren nach Jerusalem eingezogen. Ein Hoffnungsträger zum Anfassen. Getragen von einem Esel. "Gelobt sei, der im Namen Gottes kommt", rufen die Leute.

Doch dann ändert sich die Stimmung. Jesus wird angefasst. Hart. Für einen Gotteslästerer halten ihn manche. Andere sagen: "Er stört die Ruhe im Land". Gefesselt wird er, vor Gericht gezerrt. Geschlagen, gefoltert, festgenagelt.

Am Palmsonntag beginnt die Karwoche. Sie ist die letzte Woche der Passionszeit. In ihr denken Christen an das Leiden Jesu. In dieser Woche wird Jesus zum Gegen-Star. Sein Stern sinkt. Und Gott sinkt mit ihm.

Am Karfreitag wird er ans Kreuz genagelt und stirbt. Das Kreuz wird in der Karwoche zum Zeichen für den Tod Jesu.

Ich denke an Sophie Scholls Gebet in dem Film "Die weiße Rose" und das Kreuz, das sie um den Hals trug. Ich sehe die alte Frau vor mir, die bis zum letzten Atemzug ein kleines Holzkreuz in ihren Händen bewegt. Wie oft erscheint ein Holzkreuz mit Namen junger Menschen am Straßenrand?

Erklärt das Kreuz Jesu das Leiden? Nein! Aber es behauptet etwas: Gott leidet mit. Er ist solidarisch. Selbst, wenn Gott abwesend erscheint, ist er da. Das kann helfen, Leid zu tragen.

Und es hilft, gegen eigenes und das Leid anderer aufzustehen. Die Karwoche erinnert an Gottes Mitleid und weckt eigenes. Aus dieser Art Leiden wird Ostern neues Leben wachsen.

[ Archiv 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 ]

Ekkh-Aktuell

Jahresüberblick »»

Kultur-Aktuell

Jahresüberblick »»

ekkh.de © 2019 | oben
 

Impressum | Datenschutzerklärung | Webmaster