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Pavarotti and friends

Gedanken zum Sonntag Misericordias Domini 2009

Pfr. Michael Dorhs

Pfarrer Dr. Michael Dorhs
Studienleiter am Ev. Predigerseminar in Hofgeismar

Über den Wert der Freundschaft

Eine CD hat es mir angetan in diesen Tagen. Ihr Titel: "Pavarotti and friends". Ein Wohltätigkeitskonzert des Operntenors Luciano Pavarotti und des Popsängers Sting. Und andere dürfen mitwirken, Mike Oldfield, Patricia Kaas, Zucchero - Pavarotti and friends eben!

Was mich daran anrührt, ist das Symbolische. Wenn ich sagen müsste, wie ich mir "Freundschaft" vorstelle, dann so: Dass wir uns ergänzen, nicht dass wir unsere Verschiedenheit einebnen. Der Freund lässt dem Freund die eigene Stimme. Er übertönt sie nicht, und er bringt sie auch nicht zum Schweigen.

In der Ergänzung des Verschiedenen liegt ein ungeheurer Reiz, eine sogar hörbare Spannung. Davon lebt die Freundschaft. Und Freunde braucht der Mensch.

Darum seht zu, dass ihr euch Freunde schafft, sagt Jesus, und lasst euch die Freundschaft etwas kosten. Ich finde es ganz erfrischend, wie nüchtern er dieses Thema angeht. Keine erbaulichen Sprüche für's Poesiealbum, sondern stattdessen eine Erinnerung an die Kostenfrage.

Wer nichts einsetzt, der wird auch nichts gewinnen. Lasst euch den Kontakt zu den Menschen, an denen euch viel liegt, ruhig etwas kosten. Das war Jesu Überzeugung.

Freundschaft darf etwas wert sein! Man soll nicht sparen, wenn es um Gastlichkeit und Geselligkeit geht. In Nordhessen weiß man das eigentlich...

Wer sich davor fürchtet, als Preis für gelebte Freundschaften in den Augen der anderen als "dubios" dazustehen, dem sei in Erinnerung gerufen. Wenn wir diesen Preis scheuen, müssen wir andere bezahlen.

Zum Beispiel kosten Freunde Zeit. Es sind nicht wenige, die die Stirn runzeln und die Verschwendung von Zeit kritisieren, wenn wir Freundinnen und Freunden den Vorzug vor angeblich Wichtigerem geben. Oft sind es die gleichen, die sich wundern, wenn sie im Ruhestand nach einem arbeitsreichen Leben einer freundlosen Zeit entgegen gehen.

Freunde sind ein Reichtum, der die Rechnung "Zeit ist Geld" bei Weitem übersteigt. Und manchem lindert die Freundschaft auch die Angst, die man beim Älterwerden spürt.

"Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon", rät Jesus nüchtern, "damit ihr jemanden habt und sie euch aufnehmen, wenn er zu Ende geht."

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