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Sieben Wochen ohne

Gedanken zum Sonntag Invokavit 2009

Pfr. Michael Dorhs

Pfarrer Dr. Michael Dorhs
Studienleiter am Ev. Predigerseminar in Hofgeismar

Beginn der Fastenzeit

Fasten ist wieder "in". Was vor 26 Jahren als Idee an einem Stammtisch geboren wurde, hat sich inzwischen zum Millionenprojekt entwickelt: Immer mehr Männer und Frauen beteiligen sich von Aschermittwoch bis Ostern an der Aktion "7 Wochen ohne" - ohne Alkohol, Zigaretten, Fleisch, Süßigkeiten oder ohne Fernsehen.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, für einige Zeit ganz bewusst auf etwas zu verzichten, was normalerweise das eigene Leben prägt. Auf die Berge von Schokolade, auf die Vorabendserie im Fernsehen, auf die zwei Gläser Wein am Abend.

Es geht auch ohne - und manchmal sogar besser. Denn auf einmal ist wieder Zeit für anderes da. Zum Lesen und miteinander zu reden beispielsweise, statt nur auf den flimmernden Bildschirm zu starren.

Zeit, um miteinander etwas zu spielen oder auch nur, um früher ins Bett zu gehen. Zeit auch, um zu überprüfen, ob der eigene Lebensstil tatsächlich so ist, dass er gut tut - sich selbst, aber auch den anderen.

"7 Wochen ohne" - das muss nicht heißen, dass das eigene Leben leerer wird. Es kann sein, dass wir gerade durch den Verzicht unseren Alltag wieder als beziehungsreicher und damit auch erfüllter erleben.

Fasten greift tief in den Haushalt von Körper und Seele ein. Wer sieben Wochen lang fastet, der will sein gesamtes Wohlbefinden steigern. Der will etwas abgeben von dem, was sich an Überflüssigem bei ihm angesammelt hat. Das können Pfunde, das können aber auch Tätigkeiten sein, die zu viel Zeit und Kraft verschlingen, ohne dass am Ende etwas Befriedigendes dabei herauskommt.

Mich fasziniert dieser Gedanke: In jedem Jahr 7 Wochen lang Zeit zu haben, mein eigenes Leben zu entschlacken. Nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. 7 Wochen lang auszuprobieren: "Was wäre, wenn…?" Wenn ich diesen Kontakt beendete, wenn ich jenes Amt aufgäbe oder meine Zeit anders verteilte?

7 Wochen lang sich die Zeit nehmen und auf Abstand gehen. Die Leere, die dabei entsteht, auszuhalten und zu spüren, was wichtig bleibt, auch wenn die Fastenzeit vorbei ist.

Machen Sie mit! Wagen Sie eine neue Erfahrung. Ich bin sicher, Sie kommen anders aus dieser Zeit heraus, als sie hineingegangen sind.

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