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Vorsicht vor dem Bauch!

Gedanken zum Sonntag Exaudi 2009

Arno Backhaus

Arno Backhaus
Mitglied im Gründungs- und Leitungsteam der Christusgemeinde am Airport in Calden-Meimbressen, einer neu gegründeten, interkonfessionellen Gemeinde

"So führt euer Leben nach Gottes Vorbild, ihr seid ja seine lieben Kinder, darum lebt in der Liebe wie auch Christus uns geliebt hat." (Epheser 5,2)

Liebe ist ein gewaltiges Wort. Das hört sich so warm und weich an, so schön harmlos und friedlich. Aber war das, was Jesus am Kreuz getan hat wirklich lieblich und friedlich? Als Mutter Theresa in Kalkutta Sterbende versorgte, sagte ihr Bauch "abstoßend" und ihr Herz und Verstand sagte "und deshalb brauchen diese Menschen meine Hilfe!".

Wird der Begriff Liebe von unserem Bauchgefühl genährt und verwechseln wir nicht täglich Liebe mit Sympathie? Die menschliche Liebe schaut zurück: hast du dein Zimmer aufgeräumt, deine Hausaufgaben gemacht, bist du sympathisch, bist du schön lieb? - d a n n liebe ich dich. Ich muss erst etwas leisten, bevor ich mir der Liebe Anderer sicher sein kann.

Gottes Liebe ist keine "dann-Liebe", bei der ich alles Mögliche leisten muss, um "dann" endlich geliebt werden zu können. Gottes Liebe ist eine "damit-Liebe". Damit ich von meinen Verletzungen geheilt werde, damit ich gegen den Strom schwimmen kann, damit ich eine ehrliche, barmherzige und starke Persönlichkeit werde, damit ich mit meinen Mitmenschen gut auskomme.

Liebe ist eine Entscheidung und heißt nichts anderes, als dem anderen das geben, was er braucht. Und jeder von uns braucht eine ganz andere Art von Liebe. Der eine braucht jemanden der nichts anderes hat, als ein offenes Ohr, der nur zuhört, zurückfragt, Zeit hat. Ein anderer braucht ein klares Wort der Korrektur, das kann peinlich und unangenehm wirken.

Liebe kann heißen, um Vergebung zu bitten oder zu vergeben. Liebe kann heißen, einem anderen ganz praktisch zu helfen. Diese Liebe ist nicht leicht, süß und toll. Da muss ich Zeit, Kraft und Geld opfern. Da fange ich an zu schwitzen. Da mache ich mich dreckig. Aber all das kann ein Ausdruck von Liebe sein.

Je länger und je intensiver ich in Gemeinschaft mit Gott diese Liebe einübe, mit ihr umgehe und sie trainiere, desto mehr wird die Liebe nicht erst mein Benehmen, sondern schon den Lauf meiner Gedanken und meinen Willen bestimmen, meinen Charakter.

Es geht nicht darum, dass wir uns als Christen hier und da mal ab und zu uns des göttlichen Liebesgebotes erinnern und Gelegenheitsliebende sind. Je mehr ich norm-alen Umgang mit Jesus habe, er die Norm ist für mein Reden, Handeln und Schweigen, desto mehr werde ich in diese Richtung beeinflusst.

So wird das Lieben ein Bestandteil meiner Persönlichkeit. Diese Liebe ist göttliche Liebe, Agape, die ich nicht durch Anstrengungen und eigene Kraft erarbeiten kann. Die kann ich mir nur jeden Tag neu schenken lassen.

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