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Über das Lachen

Gedanken zum 2. Sonntag nach Epiphanias 2009

Pfarrer Andreas Herrmann

Andreas Herrmann
Pfarrer an der Altstädter Kirche Hofgeismar

Über das Lachen

Fast so berühmt wie das von Leonardo da Vinci unnachahmlich in seinem Ölgemälde festgehaltene Lächeln der Mona Lisa ist das Lachen Saras, der Urmutter des Glaubens (1.Mose 18,12). Übrigens lacht nicht nur Sara, sondern auch ihr ebenso betagter Gatte Abraham über die Verheißung eines Sohnes im hohen Alter (1.Mose 17, 17). Die beiden lachen weniger aus freudiger Erwartung, als vielmehr aus Enttäuschung und Bitterkeit.

Während Sara wohl eher verhalten, aber doch hörbar vor sich hin lacht, stelle ich mir Abraham mit einem richtigen Lachanfall vor. Er klopft sich auf die Schenkel und wälzt sich im Sand. Er kann gar nicht mehr aufhören, so aberwitzig findet er das, was er da zu hören bekommt. Abraham soll Nachkommen haben. Er soll zum Segen vieler Völker werden. Lächerlich. Zu groß ist die Diskrepanz zwischen Verheißung und Wirklichkeit.

Das Lachen aus Freude und Lust am Leben dürfen wir nicht verlernen. Doch das Lachen aus Frustration darf auch seine Zeit haben, wenn der Unterschied zwischen dem, was wir täglich erfahren und dem Erhofften für unser Leben unüberbrückbar erscheint. Warum nicht auch einmal Gott auslachen?

Verheißungen Gottes sind nicht nur an Abraham und Sara gerichtet, sondern gelten einem jeden getauften Menschen. Tauf-, Trau- und Konfirmationssprüche sind solche Verheißungen für das Leben. Gottes Zuspruch für individuelle Biografien.

Das mag manchem Zeitgenossen von vorneherein lächerlich erscheinen. Andere trauen diesen Worten nicht zu, dass sie erfahrbar, spürbar, wirklich werden können. Es gibt in jedem Leben genügend Gründe, diese biblischen Verse zu belächeln.

Überflüssig ist es eigentlich, auf das weitere Schicksal des alten Ehepaares Abraham und Sara hinzuweisen. Sie sind bekanntlich zu Urahnen vieler Völker geworden.

Und jetzt stelle ich mir Gott (mal ganz menschlich) vor, wie er sich auf die Schenkel klopft und lacht, als seine Verheißung im Leben von Sarah und Abraham und vieler Menschen nach ihnen wahr wurde. Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Nur gut, dass wir dann von Herzen mitlachen dürfen.

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