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"Warum leiden viele Menschen?"

Gedanken zum Palmsonntag 2008

Pfarrer Holger Hermann

Pfarrer Holger Hermann, Gemeindepfarrer in Espenau-Hohenkirchen

Morgen am Palmsonntag beginnt die so genannte Heilige Woche mit den Höhepunkten Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern.

Wir gedenken des Leidensweges Jesu, seines Kreuzestodes und schließlich seiner Auferweckung von den Toten.

In einem Lied palästinensischer Christen, das durch einen Weltgebetstag bei uns bekannt wurde, wird die Frage "Warum musste Jesus sterben einen bitt'ren Kreuzestod?" mit der Frage nach dem Leiden von Menschen verknüpft: "Warum leiden viele Menschen und ihr Leben ist bedroht?"

Denn der gewaltsame Tod Jesu, wie all die anderen auch, stellt das Leben und seine Sinnhaftigkeit in Frage. "Die Olivenbäume weinen, Trauer legt sich auf mein Herz." Gibt es irgendwo noch Hoffnung? Denn "dunkel scheinen mir die Tage und ich sehe oft kein Licht", so beginnt die zweite Strophe. Eine Antwort auf die Frage nach dem Warum ist nicht in Sicht.

Aber wenn Gott wirklich der ist, "der für uns ist", so eine Übertragung seines Namens "Jahwe", dann muss er dazu Stellung nehmen. "Gott, erhöre meine Klage, sei uns nah, verlass uns nicht!"

Gegen allen Augenschein wird daran festgehalten, dass Gott in seinem tiefsten Herzen ein Gott der Liebe und des Lebens ist. "Lass die Hoffnung in uns wachsen: Leben schafft sich wieder Raum."

Konkret: "Und das Holz des Kreuzes Jesu wird für uns zum Lebensbaum." Das tote Holz wird zum Lebensbaum, so wie aus scheinbar toten Wurzelstöcken immer wieder neues Leben hervorbrechen kann. Im Tod, in der Trauer entfaltet sich neues Leben - Leben, das nach christlichem Glauben nicht mehr vergeht.

Wenn aber zuletzt in Jesus Christus das Leben die Oberhand behält, können wir nicht hinnehmen, dass Menschen - wo und wie auch immer - leiden oder grund- und sinnlos sterben.

Der auferstandene Gekreuzigte ruft uns zum Widerstand gegen den Tod und seine Kumpane, wo es möglich ist und zum Mitleiden, wo immer es nötig ist.

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