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Männersonntag

Gedanken zum 18. Sonntag nach Trinitatis 2006

Pfr. Stefan Nadolny

Pfarrer Stefan Nadolny
Pfarrer in Trendelburg und Friedrichsfeld

Der dritte Sonntag im Oktober ist in der evangelischen Kirche "Männersonntag". Oh prima, werden manche Männer sagen: Eine zweite Vatertagswanderung, oder ein Tag Fußball gucken ... - auch nicht schlecht, aber es geht natürlich um mehr: Was hat der Glaube uns Männern zu bieten? Oh, ohne mich, werden manche Männer sagen. Das überlassen wir mal den Frauen.

Dabei hat der Glaube uns einiges zu bieten, und viele wissen das auch. Als erstes ist zu nennen: Wir müssen uns nicht beweisen vor Menschen, wenn wir von Gott angenommen sind. Liebgewonnene, aber doch auch lästige Gewohnheiten werden dann sinnlos: Arbeiten bis zum Umfallen, kleine Kämpfe zwischen den Zeilen, und dass wir uns selbst einschränken nur um klarzumachen, dass wir richtige Männer sind. Elternzeit wird dann schnell als "Windelpraktikum" abqualifiziert.

Nein, Danke - diese Spielchen brauchen wir nicht mitzumachen! Mit Christus ist uns Freiheit geschenkt. Wir dürfen uns Zeit für die Familie nehmen! Wir dürfen auch Schwächen zeigen! Wir müssen nicht immer die Besten, die Härtesten, die Mächtigsten sein! Ist doch gar nicht nötig, sich selbst so fertig zu machen!

Amerikanische Wissenschaftler haben übrigens bewiesen, dass dieser Glaube das Herzinfarktrisiko signifikant senkt (nehme ich jedenfalls an - wenn nicht, dann wäre es höchste Zeit für eine entsprechende Untersuchung).

Übrigens: Es ist nicht ungerecht, dass es einen extra Männersonntag gibt. Schließlich kommt er indirekt auch den Frauen zugute. Meine Empfehlung also: Lassen Sie ihren Mann den Männersonntag ausführlich begehen. Nur dürfen Sie natürlich nicht beleidigt sein, wenn schließlich doch eine zweite Vatertagswanderung oder ein Tag Fußball gucken dabei heraus kommen. Genauso, wenn der erwünschte Familienzeit-Effekt doch nicht eintritt. Freiheit ist nun mal Freiheit. Und arbeiten bis zum Umfallen ist zwar anstrengend, Kinder und Familie aber auch.

Bleibt also alles beim Alten? Es bleibt spannend, wie sich das Geschlechterverhältnis entwickeln wird. Und auch unser Selbstverständnis als Männer. Dabei gibt es im Grunde schon lange nicht mehr nur ein Selbstverständnis, sondern viele.

Im Grunde muss jeder seinen eigenen Weg finden. Dafür aber ist das Evangelium eine gute Grundlage: Gott kennt uns mit allen Stärken und Schwächen, und nimmt uns an. Damit sind wir frei, dass wir selbst uns auch wirklich kennen lernen, und unseren Weg gehen - den eigenen und den gemeinsamen.

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