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Papas Gute-Nacht-Geschichten

Gedanken zum 17. Sonntag nach Trinitatis 2006

Pfr. Michael Dorhs

Pfarrer Dr. Michael Dorhs
Studienleiter am Ev. Predigerseminar in Hofgeismar

Liebe zu Büchern und die Freude am Vorlesen

"Noch eine!" Die Bitte meiner älteren Tochter, ich möge das Buch noch nicht zuschlagen, sondern weiterlesen, gehört bei uns zum abendlichen Ritual.

Seit ich weiß, dass Gute-Nacht-Geschichten Kinder klüger machen, bin ich noch geduldiger. Britische Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, dass das regelmäßige Erzählen oder Vorlesen vor dem Einschlafen Kindern dabei hilft, später einen guten Schulabschluss zu machen.

Hoffentlich spricht sich das herum. Denn das Engagement vieler Väter oder Mütter, bei ihrem Nachwuchs die Liebe zu Büchern zu wecken, ist schon seit Jahren rückläufig. Und mit ihm auch die großartige Möglichkeit, durch Vorlesen den Kindern das Tor zu einer ganz anderen Welt aufzustoßen.

Kinder brauchen Geschichten - und Erwachsene, die sie ihnen vorlesen. Wie sonst sollen sie erfahren, dass das Leben mehr ist, als das, was wir sehen oder kaufen können? Dazu muss man Grimms Märchen kennen, Pippi Langstrumpf, Momo und Karl May - und selbstverständlich auch die Geschichten der Bibel. Sie haben unsere Kultur entscheidend mitgeprägt.

Wo, wenn nicht im Alten und Neuen Testament, finden Kinder in solcher Dichte die existentiellen Grunderfahrungen menschlichen Lebens wieder? Und zwar nicht abstrakt, sondern erzählt am Beispiel ganz konkreter Personen. Als Geschichten von Schuld und Vergebung, von Macht und Ohnmacht, von Tod und Leben. Kinder finden sie spannend. Und tröstlich.

Wer z.B. immer wieder erzählt bekommt, dass sein Leben in Gottes Augen so wertvoll ist, dass Gott ihn niemals allein lassen wird, der hat vielleicht ein bisschen weniger Angst vor dem, was kommen mag. Kein schlechter Grund, seine Kinder nicht erst in der Schule mit Büchern in Berührung kommen zu lassen.

Der Glaube, so heißt es im Neuen Testament, kommt aus dem Hören. Und damit von Eltern und Großeltern, die sich Zeit nehmen, die Geschichten des Glaubens auch zu erzählen.

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