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Papa post Portas

Gedanken zum 14. Sonntag nach Trinitatis 2006

Pfarrer Frank Himmelmann

Frank Himmelmann
Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Calden.

Über christlicher Grundwerte in der Gesellschaft

Sechs Tage Benedict XVI. Nun ist er wieder zuhause, nachdem er seine bayrische Heimat besucht hat. Sechs Tage Ausnahmezustand in allen Bereichen und ob nun in München, Altötting, Regensburg oder Markl am Inn, überall wo der Papst auftaucht ist großer Jubel, feiern die Menschen ein fröhliches Happening und lassen sich von der Stimmung der Massen anstecken. Es ist deutlich zu spüren: Fußballwelt-meister sind wir nicht, aber Papst. - Und was bleibt?

Vielleicht wundern Sie sich, dass sich ein Protestant zum Papstbesuch so seine Gedanken macht. Und ich gebe zu, dass ich mir zum Thema Ökumene und Amtsverständnis offenere und klarere Worte gewünscht hätte, aber das sind für mich nur Nebenschauplätze.

Das eigentlich Entscheidende und Beeindruckende an ihm ist für mich die Deutlichkeit mit der er auf das Fehlen christlicher Grundwerte in unserer Gesellschaft aufmerksam gemacht hat. Zu viele Frequenzen würden unser Gehör stören, so dass wir nicht mehr aufnahmefähig sind für die wichtigen Nachrichten des menschlichen Miteinanders. Recht hat er.

Der Wellensalat aus "Ich und mein Magnum" und "Geiz ist geil" lässt die Hörerinnen und Hörer eher abschalten oder, viel schlimmer, empfänglich werden für andere, scheinbar eindeutigere Botschaften aus dem Äther der Welt. Dort wo ein Vakuum in den Köpfen der Menschen, vor allem der Jungen, entsteht, weil sie keine Angebote zur sinnvollen Gestaltung ihres Lebens bekommen, da sind sie äußerst aufnahmebereit für radikale, fundamentalistische Gedanken. Und wohin das im Extremfall führen kann, haben uns die beiden Kofferbombenleger gezeigt.

Es ist sicher längst an der Zeit, dass wir wieder nach den Werten fragen, die unser Zusammenleben bestimmen. Was ist uns für unser Leben und vor allem für das Leben der Menschen, die uns anvertraut sind, wichtig? Nach welchen Grundsätzen wollen wir handeln und wie sehr sind wir bereit, von uns selbst abzusehen und uns für eine friedliche und hoffnungsvolle Zukunft aller Menschen einzusetzen?

Es mag mehrere Wege dorthin geben, wir müssen uns nur endlich mal für einen entscheiden. Und mein Tipp für Sie: Der christliche Weg ist sicher nicht der schlechteste.

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