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Immer Kind sein?

Gedanken zum 13. Sonntag nach Trinitatis 2006

Dekan Wolfgang Heinicke

Wolfgang Heinicke
Dekan im Kirchenkreis Hofgeismar

Über Verantwortung und unbeschwertes Spiel

Pippi Langstrumpf kennt das Geheimnis. Astrid Lindgrens Kinderbuchheldin weiß, wie man niemals erwachsen wird. Man muss die geheimnisvollen Krumulus-Pillen einnehmen und dabei flüstern:

"Kleine, feine Krumulus, lasst mich niemals werden gruß."

Wer das tut, der bleibt sein Leben lang Kind - wenn er sich dabei nicht verspricht und "groß mit o" statt "gruß mit u" sagt. In dem Fall wächst man nämlich ganz schnell und ganz viel und wird erwachsen. Und das wäre doch ganz schlimm, finden jedenfalls Pippi und ihre Freunde.

Allerdings lebt Pippi Langstrumpf dabei ganz und gar nicht wie ein Kind. Weil ihre Mutter gestorben ist und ihr Vater zur See fährt, wohnt sie allein mit ihrem Pferd und einem Äffchen in der Villa Kunterbunt. Und sie findet es herrlich, dass sie allein und auf sich selbst gestellt ist. Sie sorgt für sich selbst; nur sie entscheidet, was sie tut und läßt.

Menschen, Große wie Kleine, brauchen beides: Raum für Stärke und Raum für Schwäche, Raum für die eigene Verantwortung und Raum für unbeschwertes Spiel. Ich bin froh, dass der christliche Glaube Raum für beides bietet. Gott hält uns nicht klein und unmündig, er nimmt uns in die Verantwortung.

Und wenn alles zu viel wird, will er uns trösten, wie uns eine Mutter tröstet. Bei ihm kann ich stark sein, aber manchmal auch schwach. Und oft genug wird aus der Schwäche dann Stärke. Gott und den Müttern, die es ihm nachtun, sei Dank.

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