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Wohlfühlen & Wellness

Gedanken zum 8. Sonntag nach Trinitatis 2018

Pfr. Thomas Seifert

Thomas Seifert
Pfarrer der kath. Kirchengemeinde Heilig Geist, Grebenstein

"Wohlfühlen und Wellness" stand groß auf dem Werbebanner unter dem ich vor kurzem beim Bäcker platz nahm, um zu frühstücken.

Warum wir uns heute alles zweimal sagen lassen müssen auf englisch und auf deutsch entzieht sich meiner Logik, aber diese Tautologie bekräftigt doch die Wichtigkeit des Anspruchs: "Hier kann man's sich gut geh'n lassen ..." und wer will das nicht, kommt es nicht genau darauf an?

Zumindest von Augenblick zu Augenblick ist die Suche nach dem guten Gefühl doch zur Logik des heutigen Lebens geworden. Wo ist der nächste "KiCK"?

So leben wir in einer Gesellschaft, die sich mit den Ellenbogen von Spaß zu Spaß durchs Leben kämpft. Nicht umsonst wurde dazu der Begriff Spaßgesellschaft geprägt.

Es fragt sich ob wir nicht noch einen Schritt weiter gehen müssten und Spaßreligion daraus machen sollten.

Denn die Religion bezeichnet nicht nur das Woher? und Wohin? sondern auch den Sinn des Lebens. Deshalb sagt der vielleicht gerade so noch bekannte Mann aus Nazareth: "Damit ihr die Freude in Fülle in euch habt (vgl. Joh 17,13) bin ich gekommen."

Wobei Spaß und Freude zwei Welten sind; es sind genau die zwei Welten für die wir uns entscheiden können und letztlich auch müssen. Und hier offenbart sich uns auch so ganz neben bei, warum der christliche Glaube heute nicht mehr attraktiv erscheint und somit kaum mehr gelebt wird.

Denn die Logik von Spaß und Vergnügen wird uns ständig von unseren Trieben signalisiert, so heißt die Devise "Selbstverwirklichung" und "gönn dir doch was Gutes".

Die Logik der Freude ist aber den Trieben entgegengesetzt; nicht umsonst lautet die Anweisung für diesen Weg: "Wer mein Jünger sein will, verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach (vgl. Lk 9,23)!"

Auch wenn Jesus sagt: sein Joch sei sanft und leicht (Mt 11,28), weiß doch jeder intuitiv, dass Selbstverleugnung nicht gleich Selbstverwirklichung ist und das der Kreuzweg kein Vergnügungspark ist.

Ein mühevoller Weg zum Erfolg ist für jeden Sportler selbstverständlich; ohne Selbstüberwindung und an die Grenzen gehen gibt es keinen sportlichen Erfolg.

Dies ist für den Weg der Freude allerdings nicht so einsichtig, denn viele verwechseln Freude mit Spaßmaximierung, allerdings ist Vergnügen immer nur ein oberflächlicher Moment der das Loch im Herzen, Leere und Traurigkeit vielleicht für diesen Moment übertünchen kann, aber im nächsten Moment lauern sie schon wieder, um nicht wenige in Ängste und Depressionen herabzuziehen.

Freude ist geistig und erfüllt einen Menschen bis in die Tiefen des Herzens mit dem Frieden, den die Welt nicht geben kann (vgl. Joh 14,27). Auf zwei Formeln gebracht könnte man auch sagen: "Ich habe Glück (gehabt)"! ODER Ich bin glücklich"!

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